Die Bedeutung des Rollenspiels bei Kindern

Rollenspiele

Eine nicht zu unterschätzende Art der Beschäftigung, vor allem bei Kindern zwischen drei und sechs Jahren, ist das Rollenspiel. Oftmals werden hier typische Szenen aus dem Alltag oder auch Geschichten aus Kinderbüchern oder dem Fernsehen nachempfunden. Kinder ergänzen diese Gegebenheiten oder auch Erzählungen durch eigene Ideen, die sie in das Spiel einbringen. Eines der bekanntesten Rollenspiele von Vorschulkindern ist "Vater, Mutter, Kind", in dem die Kleinen gängige Szenen aus dem Familienalltag nachspielen. Hierbei versetzen sie sich, je nach Part in die Situation von Mutter, Vater oder auch die eigene als Kind.

Bei den Rollenspielen werden jedoch auch häufig Themen behandelt, die die Kinder aktuell beschäftigen. Beispielsweise kann es sich hierbei um einen Arztbesuch, Krankheitsfall in näheren Umfeld, einen Umzug oder auch Erlebnisse aus dem Urlaub handeln. Durch Rollenspiele lässt sich unter Umständen auch erfahren, mit welchen Sorgen oder Ängsten sich der Nachwuchs gerade auseinandersetzt.

Kinder beginnen mit Rollenspielen ungefähr ab drei Jahren. In diesem Alter ist die Sprache schon soweit ausgereift, dass der Nachwuchs bereits in der Lage ist, auch längere und schwierigere Sätze zu sprechen. Dies ist von elementarer Bedeutung, um sich mit anderen Kindern auszutauschen, Regeln zu verhandeln und auch in seiner Rolle zu kommunizieren und in diese entsprechende Handlungen einzubinden. Während bei jüngeren Kinder die Rollenspiele noch eher einfach gehalten sind ("Ich bin die Mama, du das Baby. Ich füttere dich jetzt"), werden die Handlungen mit zunehmendem Alter länger und auch komplizierter. Die Kinder besprechen und planen ihr Spiel nun ausführlicher. Sie verhandeln den Ablauf, des Weiteren, wer welche Rolle zugeteilt bekommt und wer überhaupt mitspielen darf. Rollenspiele bei Kindern reichen zumeist bis ins Grundschulalter hinein.

Doch warum ist diese Art des Spiels für den Nachwuchs so bedeutend? Kinder haben hierbei die Gelegenheit, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Sie versetzen sich in andere hinein und lernen auf spielerische Art deren Welt und Sichtweise kennen. Die Möglichkeiten sind hierbei vielfältig. Das eine Mal ist das Kind Krankenschwester, das nächste Mal dann Polizist/in oder auch Krankenschwester/pfleger. Das Rollenspiel trägt zur Förderung des Sozialverhaltens bei, denn die Kinder müssen sich untereinander absprechen und auch über den Verlauf sowie die jeweiligen Rollenzuteilungen einigen. Einerseits lernen sie, Kompromisse zu machen, jedoch auch ihre eigenen Vorstellungen einzubringen und durchzusetzen. Regeln werden aufgestellt, die dann auch eingehalten werden sollen. Rollenspiele tragen zudem zur Förderung der Sprache und der Ausdrucksfähigkeit bei. Durch das Reden mit anderen lernen die Kinder neue Wörter kennen und auch anzuwenden. Auch wird durch die Kommunikation mit dem Gegenüber das Zuhören und das Verstehen trainiert.


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